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Bezahlt Low-Code ⚠️ Hybrid Zuletzt geprüft: 30. Juli 2026

Marine Digital FOS

Marine Digital GmbH

3/5

Redaktionelle Einschätzung auf Basis öffentlich zugänglicher Quellen (Anbieterangaben, Preislisten, unabhängige Bewertungsplattformen), kein Hands-on-Produkttest, sofern nicht ausdrücklich anders angegeben. Die Sternebewertung ist eine Meinung der Redaktion.

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Marine Digital betreibt eine ML-gestützte Fleet-Intelligence-Plattform für die Handels- und Logistikschifffahrt. Kernprodukt ist das Fuel Optimisation System (FOS), das Schiffszustandsdaten mit Wetter-, AIS- und Satellitendaten kombiniert und tagesaktuelle Geschwindigkeits- und Routenempfehlungen liefert. Der Hersteller wirbt mit 5-12 % Bunkerersparnis und rund 600 t CO2 weniger pro Schiff und Jahr. Die Plattform deckt zusätzlich Wetterrouting, Predictive Maintenance, Digital Noon Report und CII/SEEMP/EEOI-Reporting ab. Ungewöhnlich transparent sind die veröffentlichten Staffelpreise, kritisch bleibt die Datenschutzlage: Die Policy beruft sich auf russisches Recht statt auf die DSGVO, und der Server-Standort wird nicht benannt.

Kosten: Veröffentlichte Staffelpreise pro Schiff auf der FOS-Seite: ETA 250 €/Monat, Performance 500 €/Monat, Maintenance 750 €/Monat, FOS 1.000 €/Monat; jährlich 3.000 bis 12.000 € pro Schiff; einmalige Ausrüstung und Installation 6.000 bis 12.000 €; Mengenrabatte 5 bis 20 % ab 5 Schiffen. Zweimonatiger kostenloser Pilot für ein Schiff.

Stärken

  • Breite Funktionsabdeckung: FOS, Wetterrouting, Predictive Maintenance, Noon Report und CII-Reporting in einer Plattform
  • Ungewöhnlich offene Preisliste: Staffelpreise pro Schiff (250 bis 1.000 €/Monat) samt Mengenrabatten direkt auf der Produktseite
  • Zweimonatiger kostenloser Pilot auf Einzelschiffbasis, niedrige Einstiegshürde
  • ML-Modelle nutzen Sensor-, AIS-, Satelliten- und öffentliche Daten zur Verbrauchsoptimierung
  • Offene API für Anbindung an ERP-, Analyse- und Buchhaltungssysteme
  • CII-, SEEMP-, EEOI- und ESG-Reporting für die IMO-Effizienzregulierung integriert

Einschränkungen

  • Datenschutzerklärung verweist auf russisches Datenschutzrecht (152-ФЗ), nicht auf die DSGVO
  • Kein vollständiges deutsches Impressum (Handelsregister, Geschäftsführung) auf der Website; als Rechnungsadresse dient eine zyprische Gesellschaft
  • Server-Standort und Datenhaltung werden weder in der Datenschutzerklärung noch auf der Website benannt
  • Junges Startup mit wenigen öffentlich nachprüfbaren Flottenreferenzen
  • Belastbare Verbrauchsmodelle brauchen mehrere Monate historische Reisedaten für die Kalibrierung
  • Sparpotenzial-Spanne (5-12 %) ist Herstellerangabe; unabhängige Validierung fehlt weitgehend

Passt gut zu

Kleinreedereien, die ein günstiges Pilotprojekt zur Bunkeroptimierung testen wollen Reedereien unter CII-Druck, die Reporting und Routenoptimierung in einem Tool bündeln möchten Technisch experimentierfreudige Flottenmanager mit guter Noon-Report-Datenbasis

Wann ja, wann nein

Wann ja

  • Du willst Bunkerverbrauch und CO2-Bilanz mit einem datengetriebenen System senken
  • Du brauchst CII-, SEEMP- und EEOI-Reporting und Optimierung aus einer Hand
  • Du hast mehrere Monate saubere Reisedaten und willst ein günstiges Pilotprojekt fahren

Wann nein

  • Dein Unternehmen verlangt nachweisbares EU-Hosting und einen DSGVO-konformen AVV
  • Du brauchst einen etablierten Anbieter mit vielen prüfbaren Flottenreferenzen
  • Du willst belastbare, unabhängig validierte Sparquoten vor dem Kauf sehen
  • Du betreibst Segel- oder Windhilfsantriebe als primären Optimierungsfall

Kurzfazit

Marine Digital FOS löst ein reales, teures Problem: Bunker ist der größte variable Kostenblock eines Schiffs, und jede gesparte Tonne HFO senkt zugleich die CO2-Bilanz und das CII-Rating. Die ML-gestützte Plattform deckt dafür ein erstaunlich breites Spektrum ab, von der Geschwindigkeits- und Routenoptimierung über Predictive Maintenance bis zum regulatorischen Reporting. Das Produkt ist KI im Kern, nicht aufgesetzt. Anders als viele Anbieter im maritimen B2B legt Marine Digital seine Staffelpreise pro Schiff offen, das rechnen wir positiv an. Was uns zurückhaltend macht, ist die Datenschutzlage: Die Datenschutzerklärung beruft sich auf russisches Recht statt auf die DSGVO, ein vollständiges deutsches Impressum fehlt auf der Website, und der Hosting-Standort ist nirgends benannt. Für eine EU-Reederei, die unter DSGVO- und CII-Druck steht, ist genau das ein Problem. Wir vergeben 3 von 5 Sternen: solide, transparent bepreiste Technik, aber mit Compliance-Fragezeichen, die vor jedem produktiven Einsatz geklärt werden müssen.

Für wen ist Marine Digital FOS?

Kleinreedereien mit Spar-Druck: Wer eine kleine Flotte betreibt und keinen sechsstelligen Etat für etablierte Performance-Management-Suiten hat, bekommt mit dem zweimonatigen Gratis-Test und dem Einzelschiff-Piloten eine niedrige Einstiegshürde. Das Versprechen: messbare Bunkerersparnis ohne große Vorabinvestition.

Reedereien unter CII-Druck: Seit 2023 bewertet die IMO jedes Schiff jährlich nach seiner Carbon Intensity (CII A-E). Wer in die Kategorien D oder E rutscht, braucht einen Korrekturplan. Marine Digital bündelt CII-, SEEMP- und EEOI-Reporting mit der eigentlichen Verbrauchsoptimierung, das spart das Jonglieren zwischen einem Reporting- und einem Optimierungstool.

Technisch versierte Flottenmanager: Die offene API, der Datenimport aus Sensoren, AIS, Satelliten und Noon-Reports und die Cloud-Dashboards belohnen Teams, die ihre Datenbasis im Griff haben und gern selbst auswerten. Wer schon ein ERP- oder Analyse-System betreibt, kann Marine Digital andocken.

Weniger geeignet für: Reedereien mit harten DSGVO-Anforderungen (siehe DSGVO-Abschnitt, die Datenlage ist hier kritisch), Betreiber, die einen etablierten Anbieter mit Dutzenden prüfbaren Flottenreferenzen verlangen, sowie alle, die Segel- oder Windhilfsantriebe als Hauptoptimierungsfall sehen, dafür ist die Plattform nicht primär ausgelegt.

Preise im Detail

Marine Digital veröffentlicht, anders als die meisten maritimen B2B-Anbieter, gestaffelte Listenpreise pro Schiff direkt auf der FOS-Produktseite:

PaketPro Schiff / MonatPro Schiff / JahrAusrüstung + Installation (einmalig)
ETA250 €3.000 €6.000 €
Performance500 €6.000 €9.000 €
Maintenance750 €9.000 €12.000 €
FOS (volle Verbrauchsoptimierung)1.000 €12.000 €je nach Sensorpaket
Kostenloser Pilot0 € (2 Monate)Testzugang für ein Schiff

Mengenrabatte gibt es ab Flottengröße: 5 % ab 5 Schiffen, 10 % ab 10, 15 % ab 20 und 20 % ab 40 Schiffen.

Einordnung: Dass ein maritimer Optimierungsanbieter überhaupt Listenpreise pro Schiff und Mengenrabatte offenlegt, ist die Ausnahme, nicht die Regel, das ist ein klarer Pluspunkt für die Vorab-Kalkulation. Der Business Case ist damit sauber rechenbar: Das volle FOS kostet 1.000 € pro Schiff und Monat, also 12.000 € im Jahr, plus einmalige Hardware. Rechne trotzdem konservativ, die beworbenen 5-12 % sind eine Herstellerangabe, und am unteren Ende muss die Ersparnis erst Abo, Hardware und Kalibrierungsaufwand übersteigen. Der zweimonatige Gratis-Pilot senkt das Einstiegsrisiko. Was die Preisliste offenlässt, ist der konkrete Deployment- und Hosting-Weg. Wer Hosting-Kontrolle braucht, muss diesen Punkt gezielt verhandeln und schriftlich fixieren, denn zur Datenhaltung schweigt der Anbieter.

Stärken im Detail

Breite Funktionsabdeckung in einer Plattform. Marine Digital ist nicht nur ein Spritspar-Tool. Die Plattform vereint Fuel Optimisation, Weather Routing & Voyage Optimization, Vessel Performance Monitoring, Predictive Maintenance, Digital Noon Report und einen Voyage Budget Planner. Dazu kommt das regulatorische Reporting (CII, SEEMP, EEOI, ESG). Für eine kleine Reederei, die sonst mehrere Insellösungen betreiben müsste, ist diese Bündelung der eigentliche Mehrwert.

Ungewöhnlich offene Preisliste. Marine Digital nennt gestaffelte Preise pro Schiff (250 bis 1.000 € pro Monat je nach Paket) samt Mengenrabatten direkt auf der Produktseite. Im maritimen B2B, wo fast alles “auf Anfrage” läuft, ist das eine Seltenheit und erlaubt eine echte Vorab-Kalkulation ohne Sales-Gespräch.

KI im Kern, nicht als Feature-Aufkleber. Das Machine-Learning-Modul wertet Onboard-Sensoren, AIS, Satellitendaten und öffentliche Datenbanken aus, um Effizienzengpässe über technische Performance, Navigation und Hafenbetrieb hinweg zu identifizieren. Die Empfehlungen, etwa Geschwindigkeit bei bestimmten Beladungs- und Windverhältnissen leicht abzusenken, ohne die ETA zu reißen, sind das Ergebnis eines schiffsspezifisch kalibrierten Verbrauchsmodells. Das ist echtes datengetriebenes Optimieren, kein Regelwerk mit KI-Label.

Niedriger Einstieg über Testphase und Einzelschiff-Pilot. Zwei Monate kostenloser Zugang plus die Möglichkeit, mit einem einzigen Schiff zu starten, senkt das Risiko erheblich. Du musst nicht die ganze Flotte umstellen, um zu sehen, ob das Verbrauchsmodell für deine Routen und Schiffstypen taugt.

Offene API und flexible Datenanbindung. Daten lassen sich über API, E-Mail, Excel, XML und CSV einspeisen; die offene Schnittstelle erlaubt die Anbindung an ERP-, Analyse- und Buchhaltungssysteme. Wer bereits ein gewachsenes IT-Ökosystem hat, muss Marine Digital nicht als isolierte Insel betreiben.

Reporting und Optimierung aus einer Hand. Dass CII-, SEEMP- und EEOI-Reporting direkt neben der Optimierung sitzen, ist mehr als Bequemlichkeit: Die Maßnahmen zur Verbrauchssenkung fließen unmittelbar in die regulatorische Bilanz ein. Das schließt die Lücke zwischen “wir optimieren” und “wir können es der IMO gegenüber belegen”.

Schwächen ehrlich betrachtet

Die Datenschutzerklärung passt nicht zu einer EU-Reederei. Das ist der gravierendste Punkt. Die auf der Website verlinkte Privacy Policy beruft sich auf das russische Datenschutzgesetz (Föderales Gesetz Nr. 152-ФЗ vom 27. Juli 2006 “Über personenbezogene Daten”), nicht auf die DSGVO. Für ein Unternehmen, das als “GmbH” auftritt und europäische Reedereien adressiert, ist das ein Widerspruch, der vor jedem Vertragsabschluss aufgeklärt werden muss. Workaround: schriftliche AVV nach DSGVO einfordern und den Verarbeitungsstandort vertraglich fixieren, wenn der Anbieter das nicht liefern kann, ist das ein K.-o.-Kriterium für regulierte Branchen.

Kein vollständiges deutsches Impressum, dafür verschachtelte Rechtsträger. Ein Impressum nach deutschem Recht mit Handelsregisternummer und Geschäftsführung ist auf der Website nicht auffindbar. Als Rechnungsadresse dient eine zyprische Gesellschaft (Abaris.Pro, Limassol), während ein Branchenverzeichnis die Marine Digital GmbH in Lübeck führt und die Datenschutzerklärung russisches Recht zitiert. Diese Gemengelage aus deutscher GmbH, zyprischer Rechnungsstelle und russischem Datenschutzrahmen solltest du vor Vertragsschluss auflösen: Wer ist Vertragspartner, wo liegt der Gerichtsstand, wo liegen die Daten. Workaround: Vertragspartner, Gerichtsstand und Verarbeitungsstandort explizit schriftlich fixieren lassen.

Server-Standort und Subverarbeiter bleiben offen. Weder Website noch Datenschutzerklärung nennen einen Hosting-Standort oder die eingesetzten Cloud-Dienstleister. Für Flotten- und gegebenenfalls Crew-Daten ist das eine Lücke, die du nur durch aktives Nachfragen und vertragliche Zusagen schließen kannst.

Dünne, schwer prüfbare Referenzlage. Marine Digital taucht in Startup- und Climate-Tech-Landschaften auf, aber öffentlich nachprüfbare Flottenreferenzen mit Namen und Zahlen sind rar. Die beworbene Sparquote von 5-12 % ist eine Herstellerangabe; eine unabhängige Validierung über mehrere Schiffstypen liegt nicht breit vor. Workaround: im Piloten eine saubere Vorher-Nachher-Messung mit Kontrollschiff aufsetzen, statt der Marketingzahl zu vertrauen.

Hoher Kalibrierungsaufwand vor dem Ertrag. Das schiffsspezifische Verbrauchsmodell braucht typischerweise mehrere Monate historische Noon-Reports und Reisedaten, oft ein halbes bis ganzes Jahr, um belastbar zu werden. In den ersten Monaten sind die Empfehlungen entsprechend vorsichtiger zu bewerten. Wer keine saubere historische Datenbasis hat, verlängert die Anlaufphase deutlich.

Alternativen im Vergleich

Marine Digital steht im Wettbewerb mit etablierten maritimen Performance- und Wetterrouting-Anbietern, die jedoch keine eigene Tool-Seite bei uns haben, daher hier ohne Link, aber mit klarer Einordnung.

Wenn du……prüfe stattdessen
Etablierte Performance-Suite mit großer Flottenreferenz willstStormGeo s-Insight, NAPA Fleet Intelligence (ohne eigene Seite)
Reines Wetterrouting mit langer Marktpräsenz brauchstDTN/Theyr, StormGeo Bon Voyage System (ohne eigene Seite)
Eine universelle KI für Datenanalyse und Reporting-Texte willstChatGPT oder Claude
Recherche zu Anbietern, Regulierung und Markt mit Quellen brauchstPerplexity

Erwähnenswert ohne eigene Tool-Seite: Im maritimen Optimierungsmarkt sind StormGeo, NAPA, DTN, ZeroNorth und Nautilus Labs die Schwergewichte mit großer Referenzbasis und etablierten DSGVO-Strukturen. Marine Digital positioniert sich darunter als günstiger, breit aufgestellter Herausforderer, der Preis dafür sind weniger Referenzen und die oben beschriebenen Transparenzlücken. Wer DSGVO-Sicherheit über alles stellt, fährt mit einem etablierten europäischen Anbieter ruhiger. Wer ein günstiges Pilotprojekt sucht und die Compliance-Fragen vorab vertraglich klärt, kann Marine Digital testen.

So steigst du ein

Schritt 1: Kostenlose Testphase und Assessment. Nimm über marine-digital.com Kontakt auf und nutze den zweimonatigen Gratis-Zugang. Lass das Verbrauchspotenzial und den Integrationsbedarf für ein einzelnes Schiff einschätzen, und kläre in diesem Gespräch direkt die zwei kritischen Fragen: Wo liegen die Daten, und welcher Rechtsrahmen (DSGVO-AVV?) gilt.

Schritt 2: Historische Reisedaten übergeben. Stelle mehrere Monate Noon-Reports und Reisedaten bereit, idealerweise ein halbes bis ganzes Jahr. Darauf kalibriert das ML-Modell ein schiffsspezifisches Verbrauchsprofil. Je sauberer und vollständiger die Datenbasis, desto verlässlicher die späteren Empfehlungen, lückenhafte Noon-Reports verlängern die Anlaufphase.

Schritt 3: Pilot mit Kontrollmessung fahren. Lass den Kapitän die täglichen Geschwindigkeits- und Routenempfehlungen über App oder Bordterminal umsetzen und vergleiche den Verbrauch gegen eine vergleichbare Referenzfahrt oder ein Kontrollschiff. So bekommst du eine eigene Sparquote, unabhängig von der Marketingzahl. Die Reederei sieht parallel Flottendaten und CO2-Bilanz im Online-Dashboard.

Ein konkretes Beispiel

Eine norddeutsche Reederei mit drei 5.000-DWT-Frachtern im Ostsee-Linienverkehr startet einen dreimonatigen Piloten mit Marine Digital FOS auf einem Schiff. Bevor Daten fließen, lässt die Geschäftsführung sich schriftlich bestätigen, in welchem Rechenzentrum die Daten liegen, und verhandelt einen DSGVO-AVV nach, denn die Standard-Datenschutzerklärung verwies auf russisches Recht. Erst dann übergibt das Team die historischen Noon-Reports. Das System identifiziert, dass bei bestimmten Beladungszuständen und Windwinkeln die Reisegeschwindigkeit um 0,5-0,8 Knoten gesenkt werden kann, ohne die ETA zu gefährden. Im Piloten sinkt der Bunkerverbrauch auf dieser Route um 5,8 %, bei einem Jahresverbrauch von 400 Tonnen HFO entspricht das rund 80.000 bis 90.000 € Ersparnis pro Schiff. Die Reederei verlängert den Vertrag erst, nachdem die Datenhaltung vertraglich geklärt ist, die Technik überzeugt, die Compliance war die eigentliche Hürde.

DSGVO & Datenschutz

  • Datenhosting: Nicht öffentlich benannt. Weder Website noch Datenschutzerklärung nennen einen Server-Standort. Wir stufen die Datenhaltung als unbekannt ein (Frontmatter: global), nicht als bestätigtes EU-Hosting.
  • Rechtsrahmen: Die verlinkte Privacy Policy beruft sich auf das russische Datenschutzgesetz (Nr. 152-ФЗ vom 27.07.2006), nicht auf die DSGVO. Standard-DSGVO-Angaben (Verantwortlicher nach Art. 4 DSGVO, Betroffenenrechte, Aufbewahrungsfristen) fehlen.
  • Impressum: Kein vollständiges deutsches Impressum auf der Website. Als Rechnungsadresse ist eine zyprische Gesellschaft hinterlegt (Abaris.Pro, Limassol, VAT 10436189); ein Branchenverzeichnis führt die Marine Digital GmbH in Lübeck (Maria-Goeppert-Straße 3, 23562). Eine Handelsregisternummer und die Geschäftsführung nennt die Website nicht, Kontakt läuft über Web-Formular und hello@marine-digital.com.
  • Auftragsverarbeitung (AVV): Nicht öffentlich dokumentiert. Muss aktiv eingefordert und vertraglich vereinbart werden.
  • Datennutzung: Die Policy erklärt nur allgemein, dass “alle möglichen Maßnahmen” zum Schutz personenbezogener Daten getroffen würden, ohne konkrete technische oder organisatorische Details.
  • Empfehlung für Unternehmen: Vor jedem Einsatz schriftlich klären: (1) physischer Hosting-Standort, (2) DSGVO-AVV mit Standardvertragsklauseln, (3) Liste der Subverarbeiter, (4) Vertragspartner und Gerichtsstand angesichts der zyprischen Rechnungsstelle. Für regulierte Branchen und Schiffe mit Crew-Personaldaten an Bord sollte die Datenhaltung vertraglich fixiert werden, bevor produktive Daten fließen. Ohne belastbare Zusagen ist von der Standard-SaaS-Variante abzuraten.

Gut kombiniert mit

  • Perplexity, für die Vorab-Recherche zu Anbietern, IMO-Regulierung (CII, EEXI, MARPOL Annex VI) und Marktvergleichen mit nachprüfbaren Quellen, bevor du dich auf einen Optimierungsanbieter festlegst.
  • Claude, um Pilot-Reports, Verbrauchsdaten und Vertragsentwürfe (inklusive der heiklen AVV-Klauseln) zu analysieren und in verständliche Management-Zusammenfassungen zu übersetzen.
  • ChatGPT, als Allzweck-Assistent für die Aufbereitung der CO2- und CII-Reportings in Präsentationen, Behördenkommunikation oder Kundenupdates.

Unser Fazit

Marine Digital FOS bekommt 3 von 5 Sternen. Die Technik trägt: Die ML-gestützte Verbrauchsoptimierung ist im Kern KI-getrieben, die Funktionsbreite (FOS, Wetterrouting, Predictive Maintenance, Reporting) ist für ein junges Unternehmen beachtlich, der Einstieg über einen zweimonatigen Gratis-Piloten ist fair, und anders als viele Wettbewerber legt Marine Digital seine Staffelpreise pro Schiff offen. Bei einer früheren Sichtung hatten wir die Preistransparenz als fehlend bemängelt, das war nachweislich falsch und ist der Grund, warum wir von 2 auf 3 Sterne anheben. Was die Bewertung weiter deckelt, ist die Compliance- und Transparenzlage: Eine Datenschutzerklärung, die russisches Datenschutzrecht statt der DSGVO zitiert, ein fehlendes vollständiges deutsches Impressum und ein nirgends benannter Hosting-Standort sind für die Zielgruppe, EU-Reedereien unter DSGVO- und CII-Druck, kein Detail, sondern ein zentrales Risiko. Solange diese Punkte nicht vertraglich geklärt sind, bleibt das Tool schwer uneingeschränkt zu empfehlen. Wer die Technik testen will, kann das im Piloten gefahrlos tun, die produktive Einführung sollte aber erst nach geklärter Datenhaltung erfolgen. Mit transparentem EU-Hosting und einem sauberen AVV wäre hier deutlich mehr drin.

Was wir geprüft haben

Wir haben die bewertungsrelevanten Aussagen dieser Seite im Juli 2026 gegen die Primärquellen des Anbieters und ein unabhängiges Branchenverzeichnis geprüft:

  • Datenschutzerklärung / russisches Recht (bestätigt): Die Privacy Policy unter marine-digital.com/privacy_policy_marine-digital beruft sich ausdrücklich auf das russische Föderale Gesetz Nr. 152-ФЗ (27.07.2006) und nennt keine DSGVO-Grundlage. Die Marine Digital GmbH ist dort als Betreiber genannt. Dieser Widerspruch für eine EU-Zielgruppe bleibt der Hauptgrund für die zurückhaltende Bewertung.
  • Preistransparenz (korrigiert): Anders als bisher auf dieser Seite behauptet, veröffentlicht Marine Digital auf der FOS-Produktseite gestaffelte Preise pro Schiff (ETA 250 €, Performance 500 €, Maintenance 750 €, FOS 1.000 € pro Monat; jährlich 3.000 bis 12.000 €; Ausrüstung und Installation 6.000 bis 12.000 €; Mengenrabatte 5 bis 20 %). Die frühere Aussage “Preistransparenz gleich null” war falsch und wurde entfernt.
  • Kostenlose Testphase (korrigiert): Der Pilot läuft laut Produktseite und Onepager zwei Monate, nicht einen. Wir haben die Angabe korrigiert.
  • Impressum / Unternehmenssitz (präzisiert): Die Website weist als Rechnungsadresse eine zyprische Gesellschaft aus (Abaris.Pro, Limassol, VAT 10436189); ein Branchenverzeichnis führt die Marine Digital GmbH in Lübeck (Maria-Goeppert-Straße 3, 23562). Ein vollständiges deutsches Impressum mit Handelsregisternummer und Geschäftsführung fanden wir auf der Website nicht. Die frühere Pauschalaussage “kein Unternehmenssitz auffindbar” haben wir entsprechend präzisiert.
  • Server-Standort / Datenhaltung (offen): Weder Datenschutzerklärung noch Website benennen einen Hosting-Standort. Wir stufen die Datenhaltung daher als “unbekannt” ein, nicht als “EU” und nicht als “außerhalb der EU”.
  • Sparquote 5-12 % und 600 t CO2 (Herstellerangabe): Diese Zahlen stammen von der FOS-Produktseite und sind Marketingangaben des Herstellers. Eine breite, unabhängige Validierung über mehrere Schiffstypen fanden wir nicht. Wir kennzeichnen sie deshalb ausdrücklich als Herstellerangabe.
  • Deployment-Optionen (entfernt): Die früher behaupteten Optionen Marine-Digital-Cloud, Private Cloud und on-premise ließen sich auf FOS-Seite und Onepager nicht belegen. Wir haben die Aussage aus den Frontmatter-Angaben entfernt.

Was wir bemerkt haben

  • Juli 2026, Marine Digital veröffentlicht auf der FOS-Produktseite offen gestaffelte Preise pro Schiff samt Mengenrabatten, im maritimen B2B eine Seltenheit. Unsere frühere Einschätzung “Preistransparenz gleich null” war damit falsch und wurde korrigiert, die Bewertung entsprechend von 2 auf 3 Sterne angehoben.
  • Juli 2026, Die verlinkte Datenschutzerklärung beruft sich weiterhin ausdrücklich auf das russische Datenschutzgesetz Nr. 152-ФЗ und nicht auf die DSGVO. Als Rechnungsadresse dient eine zyprische Gesellschaft (Abaris.Pro, Limassol), während ein Branchenverzeichnis die Marine Digital GmbH in Lübeck führt. Ein vollständiges deutsches Impressum auf der Website fanden wir nicht.
  • Juli 2026, Der kostenlose Pilot läuft zwei Monate, nicht wie zuvor auf dieser Seite angegeben einen. Auch das haben wir korrigiert.
  • Seit 2023, Mit der Einführung des IMO-CII-Ratings ist die Nachfrage nach kombinierten Optimierungs- und Reporting-Tools deutlich gestiegen. Marine Digital positioniert sich in dieser Lücke als günstige Alternative zu etablierten Anbietern wie StormGeo, NAPA oder ZeroNorth.

Quellen

  1. Marine Digital – Fuel Optimisation System (FOS). https://marine-digital.com/fueloptimizationsystem (abgerufen am 2026-07-30). Die FOS-Produktseite verspricht 5-12 % Bunkerersparnis und rund 600 t CO2 weniger pro Schiff und Jahr durch ML-gestützte Voyage-Optimierung und führt offen gestaffelte Preise pro Schiff: ETA 250 €, Performance 500 €, Maintenance 750 € und FOS 1.000 € pro Monat, jährlich 3.000 bis 12.000 €, plus Ausrüstung und Installation 6.000 bis 12.000 € und Mengenrabatte von 5 bis 20 %. Wir schließen daraus, dass die frühere Behauptung fehlender Preistransparenz nicht haltbar war..
  2. Marine Digital – Privacy Policy. https://marine-digital.com/privacy_policy_marine-digital (abgerufen am 2026-07-30). Die Datenschutzerklärung beruft sich ausdrücklich auf das russische Föderale Gesetz Nr. 152-ФЗ vom 27.07.2006 über personenbezogene Daten, nennt die Marine Digital GmbH als Betreiber, verweist auf keine DSGVO-Grundlage und benennt keinen Speicherort; ein Widerruf erfolgt per E-Mail an hello@marine-digital.com. Wir werten das als bestätigten Compliance-Widerspruch für eine EU-Zielgruppe..
  3. Marine Digital – Startseite und Rechnungsadresse. https://marine-digital.com/ (abgerufen am 2026-07-30). Die Startseite listet FOS, Wetterrouting, Predictive Maintenance, Noon Report und CII-Reporting, ist auf dem Baukasten Tilda gebaut und weist als Rechnungsadresse eine zyprische Gesellschaft aus (Abaris.Pro, Limassol, VAT 10436189). Wir schließen daraus, dass zwar eine Rechtsadresse vorhanden ist, aber kein vollständiges deutsches Impressum mit Handelsregister und Geschäftsführung..
  4. Oceanjoin – Branchenverzeichnis Marine Digital GmbH. https://www.oceanjoin.com/directory/listing/marine-digital-gmbh (abgerufen am 2026-07-30). Das Branchenverzeichnis führt die Marine Digital GmbH mit Sitz Maria-Goeppert-Straße 3, 23562 Lübeck (Deutschland) und den Produkten PortCall, Catering, Vessel Performance Monitoring und FOS. Wir nutzen das als Beleg, dass ein deutscher Unternehmenssitz existiert, auch wenn er auf der Website nicht als Impressum ausgewiesen ist..
  5. Marine Digital – FOS Onepager. https://marine-digital.com/article_onepager (abgerufen am 2026-07-30). Der Marketing-Onepager bestätigt den zweimonatigen kostenlosen Pilotversuch und verweist für Details auf hello@marine-digital.com, nennt aber weder einen Server-Standort noch die im Frontmatter früher behaupteten Deployment-Optionen (Cloud, Private Cloud, on-premise). Wir haben die unbelegte Deployment-Aussage daraufhin entfernt..

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