LLM-Observability und Evaluation aus dem Hause LangChain — Tracing, Prompt-Versionierung, A/B-Tests und Online-LLM-as-Judge in einer Plattform. De-facto-Standard im LangChain- und LangGraph-Ökosystem, frameworkagnostisch nutzbar (OpenAI-, Anthropic-, LlamaIndex-SDKs, OpenTelemetry). Cloud läuft auf GCP us-central-1 — DSGVO-konformes Self-Hosting nur im Enterprise-Plan.
Kosten: Developer 0 USD (1 Sitz, 5.000 Base Traces/Monat), Plus 39 USD/Sitz/Monat (10.000 Base Traces, unbegrenzte Sitze), Enterprise auf Anfrage (Self-Hosted, BYOC, SSO, SLAs). Trace-Overage: 2,50 USD pro 1.000 Base Traces, 5,00 USD pro 1.000 Extended Traces
Stärken
- Native Integration mit LangChain und LangGraph — Tracing per Umgebungsvariable, kein Glue-Code
- Frameworkagnostisch nutzbar via OpenTelemetry und SDKs für Python, TypeScript, Go und Java
- Vollständiger Trace-Baum mit Token-Kosten, Latenzen, Tool-Aufrufen und Zwischenschritten
- Evaluations-Framework mit Datasets, LLM-as-Judge und Code-basierten Evaluators
- Prompt Hub für Versionierung, Vergleich und Team-weite Wiederverwendung von Prompts
- Großzügiger Free-Tier (5.000 Traces/Monat) reicht für Entwicklung und kleine Produktivlast
Einschränkungen
- Cloud-Hosting nur in den USA (GCP us-central-1) — keine native EU-Region verfügbar
- Self-Hosting und BYOC ausschließlich im Enterprise-Plan, Preise vierstellig pro Monat aufwärts
- Trace-Overage-Preise (2,50 USD pro 1.000) summieren sich bei produktiver Nutzung schnell
- Pro-Plan ohne SSO und granulare Rollen — Enterprise-Features erst im teuersten Tier
- Geringere Tiefe bei Nicht-LangChain-Stacks — Setup mit OpenTelemetry funktioniert, aber ohne Auto-Instrumentierung
- Keine deutsche Oberfläche, kein deutscher Support, Dokumentation ausschließlich Englisch
Passt gut zu
Wann ja, wann nein
Wann ja
- Du baust LLM-Anwendungen mit LangChain oder LangGraph und brauchst sofortiges Tracing ohne Setup-Aufwand
- Du willst Prompt-Versionen team-weit verwalten und A/B-Tests gegen Datasets fahren
- Du brauchst Token-Kosten- und Latenz-Sichtbarkeit pro Anfrage in Produktion
- Du suchst eine Plattform für LLM-as-Judge-Evaluations und automatische Trace-Analyse
Wann nein
- Deine Daten dürfen aus DSGVO-Gründen nicht in den USA verarbeitet werden — und Enterprise-Self-Hosting sprengt das Budget
- Du brauchst Open-Source mit voller Code-Kontrolle — dann ist Langfuse die naheliegendere Wahl
- Du betreibst klassische APM ohne LLM-Spezifika — Datadog oder Grafana decken das günstiger ab
- Dein Stack ist komplett LLM-agnostisch und du willst keine zweite Observability-Lösung neben Datadog/Grafana einführen
Kurzfazit
LangSmith ist die kommerzielle Observability- und Evaluations-Plattform aus dem LangChain-Ökosystem — und für Teams, die ohnehin LangChain oder LangGraph einsetzen, der schnellste Weg zu vollständigem Tracing, Prompt-Versionierung und systematischer Qualitätsmessung. Zwei Umgebungsvariablen, und jede LLM-Anfrage landet im Dashboard mit Trace-Baum, Token-Kosten, Latenzen und Zwischenschritten. Frameworkagnostisch nutzbar ist es auch (OpenAI-SDK, Anthropic-SDK, LlamaIndex, OpenTelemetry), zeigt seine Stärken aber unbestreitbar im LangChain-Stack. Den Kauf-Stopp setzt für viele europäische Teams die Hosting-Frage: Die SaaS-Variante läuft auf GCP us-central-1, eine native EU-Region gibt es nicht — DSGVO-Konformität geht nur über das Enterprise-Self-Hosting-Add-on, und das verlangt Kubernetes, eigene Datenbanken und vierstellige Monatsbudgets.
Für wen ist LangSmith?
LangChain- und LangGraph-Teams: Wer das Framework produktiv einsetzt, bekommt mit LangSmith das Werkzeug, das LangChain selbst empfiehlt — und das ohne Konfigurationsaufwand sofort funktioniert. LANGCHAIN_TRACING_V2=true und LANGCHAIN_API_KEY=... reichen, alles weitere geschieht automatisch im Hintergrund. Für diesen Stack gibt es derzeit keine besser integrierte Alternative.
Entwicklerteams mit produktiven LLM-Anwendungen: RAG-Pipelines, Agenten und Multi-Step-Chains sind in Produktion notorisch schwer zu debuggen — ein vermeintlich einfacher Tool-Aufruf kann an drei Stellen schiefgehen, eine Halluzination kann ein versteckter Embedding-Mismatch sein. LangSmith liefert die Sichtbarkeit, die in der Entwicklung mit print() und in Produktion mit blanken Logs schnell unzureichend wird.
ML-Engineers, die systematisch evaluieren wollen: Das Evaluations-Modul mit Datasets, LLM-as-Judge und Code-basierten Evaluators bringt Struktur in einen Bereich, der bei vielen Teams ein wildes Notebook-Sammelsurium ist. Wer Modell-Wechsel (GPT-4o vs. Claude Sonnet vs. Gemini) sauber gegen ein Test-Set vergleichen will, hat hier den passenden Workflow.
Prompt-Engineers in größeren Teams: Der Prompt Hub erlaubt Versionierung, Vergleich und Team-weite Wiederverwendung. Wer Prompts heute in YAML-Dateien, Notion-Seiten oder verstreuten Python-Konstanten pflegt, gewinnt schnell an Übersicht.
Frameworkagnostische Teams mit LLM-Schwerpunkt: Auch ohne LangChain im Stack lohnt sich LangSmith, wenn LLM-spezifische Features wichtiger sind als generische APM. Das OpenTelemetry-SDK funktioniert mit OpenAI-, Anthropic-, Vercel-AI- und LlamaIndex-Calls — die Tiefe der Integration ist dann etwas geringer, aber nutzbar.
Weniger geeignet für: DSGVO-pflichtige Branchen ohne Self-Hosting-Budget, Open-Source-puristische Teams (LangSmith ist closed-source SaaS), Teams ohne Entwicklerkapazität (LangSmith ist Code-Tool, kein No-Code-Dashboard) und Anwender, deren Observability-Bedarf im Wesentlichen klassisches APM ist — dafür sind Datadog oder Grafana günstiger und etablierter.
Preise im Detail
| Plan | Preis | Was du bekommst |
|---|---|---|
| Developer | 0 USD | 1 Sitz, 5.000 Base Traces/Monat, 1 Fleet-Agent, 50 Fleet-Runs, Community-Support |
| Plus | 39 USD/Sitz/Monat | Unbegrenzte Sitze, 10.000 Base Traces, 1 Dev-Deployment, unbegrenzte Agenten, 500 Fleet-Runs, E-Mail-Support |
| Enterprise | Auf Anfrage | Self-Hosted oder BYOC (AWS/GCP/Azure), SSO, RBAC, dediziertes Support-Team, SLAs, AVV, Trainings |
| Trace-Overage Base | 2,50 USD pro 1.000 | Pay-as-you-go über das Inklusivkontingent hinaus |
| Trace-Overage Extended | 5,00 USD pro 1.000 | Längere Traces mit erweitertem Detailgrad |
| Fleet-Run-Overage Plus | 0,05 USD pro Run | Zusätzliche Fleet-Automatisierungen |
Einordnung: Der Developer-Plan ist großzügig — 5.000 Traces decken jede Entwicklungsphase und kleine Hobby-Projekte ab. Wer ernsthaft produktiv geht, ist schnell bei Plus für 39 USD/Sitz: Das ist kein Schnäppchen, aber im Vergleich zu klassischen APM-Tools mit ähnlichem Funktionsumfang konkurrenzfähig. Die Trace-Overage-Preise sind die heimliche Kostenfalle: Eine produktive RAG-Anwendung mit 100.000 Anfragen pro Monat liegt bei rund 225 USD allein für Overage — Token-Kosten der LLM-Anbieter kommen on top. Wer DSGVO-Self-Hosting braucht, landet zwingend bei Enterprise; konkrete Zahlen werden nicht öffentlich kommuniziert, am Markt sind 2.000 bis 10.000 USD/Monat üblich (je nach Trace-Volumen und Support-Level).
Stärken im Detail
Native LangChain- und LangGraph-Integration. LangSmith ist von denselben Leuten gebaut, die LangChain selbst entwickeln — das merkt man. Tracing wird per Umgebungsvariable aktiviert, jeder Runnable, jede Chain, jeder LangGraph-Knoten erscheint automatisch im Dashboard mit korrekter Hierarchie, Token-Zählung und Tool-Call-Details. Kein Glue-Code, kein manuelles Instrumentieren — für diesen Stack gibt es derzeit keine besser integrierte Alternative.
Frameworkagnostisch via OpenTelemetry und SDKs. Auch wer LangChain nicht nutzt, kommt rein. Native Tracing-Integrationen existieren für OpenAI-, Anthropic-, Vercel-AI- und LlamaIndex-SDK; OpenTelemetry liefert das übergreifende Protokoll. Für mixed Stacks (LangChain für RAG, direkter OpenAI-Call für Klassifikation) ist das ein realer Vorteil — alle Traces landen im selben Dashboard.
Tiefer Trace-Baum mit LLM-Spezifika. Anders als generische APM-Tools versteht LangSmith LLM-Calls als erste Bürger: Prompts werden als Markdown gerendert, Tool-Aufrufe samt Argumenten und Rückgaben dargestellt, Token-Kosten pro Schritt aufgeschlüsselt, Streaming-Antworten Zeile für Zeile sichtbar. Wer eine Halluzination debuggen will, sieht den vollständigen Kontext, in dem sie entstanden ist — nicht nur einen blanken HTTP-Request.
Evaluations-Framework mit echtem Workflow. Datasets können aus Produktions-Traces gespeist, manuell kuratiert oder programmatisch erzeugt werden. Evaluators reichen von simpler String-Match-Logik über Code-basierte Custom-Funktionen bis zu LLM-as-Judge (ein anderes Modell bewertet die Antworten). Online-Evaluators laufen automatisch auf Live-Traffic — du siehst Qualitätsdrift, ohne aktiv hinzuschauen. Das ist mehr Workflow-Plattform als Bibliothek.
Prompt Hub für Versionierung und Wiederverwendung. Prompts werden als versionierte Artefakte verwaltet — mit Diff-Ansicht zwischen Versionen, Kommentaren, Tags und API-Zugriff aus dem Code. Wer Prompts heute über Notion, Confluence oder verstreute YAML-Dateien pflegt, gewinnt deutlich an Hygiene. Auch das Teilen zwischen Teams (z. B. „benutzt alle den geprüften Vertragsanalyse-Prompt v3”) wird möglich.
Großzügiger Free-Tier mit echtem Wert. 5.000 Traces pro Monat im Developer-Plan sind keine Demo-Limits — damit lassen sich kleine Produktivanwendungen, Hobby-Projekte und ausgiebige Entwicklungsphasen vollständig instrumentieren. Im Vergleich zu vielen Konkurrenten (deren Free-Tier oft auf 100 oder 500 Calls beschränkt ist) ist das ein klares Statement.
Schwächen ehrlich betrachtet
Kein EU-Hosting in Cloud — DSGVO-Showstopper für viele. Die SaaS-Variante läuft ausschließlich auf GCP us-central-1. Eine native EU-Region wurde mehrfach nachgefragt, aber bis Mai 2026 nicht angekündigt. Für jede Branche mit DSGVO-Pflichten (Recht, Medizin, Banking, Behörden, B2B-SaaS mit europäischen Großkunden) ist die Cloud damit schlicht keine Option — auch nicht für Pilotprojekte. Der einzige saubere Weg ist Enterprise-Self-Hosting, und das verlangt Kubernetes-Know-how, eigene Postgres- und Redis-Instanzen sowie Lizenzkosten, die LangChain Inc. nicht öffentlich kommuniziert.
Trace-Overage-Preise summieren sich. 2,50 USD pro 1.000 Base Traces klingen harmlos, sind in produktiver Nutzung aber ein realer Kostenposten. Eine Anwendung mit 200.000 Anfragen monatlich (machbar für eine internes Tool mit ein paar hundert Nutzern) bedeutet 475 USD allein für Overage — und das zusätzlich zu den ohnehin spürbaren LLM-API-Kosten. Wer Tracing-Volumen reduzieren will, muss aktiv samplen, was wiederum die Aussagekraft schmälert.
Plus-Plan ohne SSO und granulare Rollen. Wer als wachsendes Team SSO, RBAC oder Audit-Logs braucht, wird auf Enterprise verwiesen — eine echte Mittelstufe zwischen 39 USD/Sitz und „auf Anfrage” fehlt. Das ist die typische Enterprise-Wall, an der mittlere Teams oft hängenbleiben: zu groß für Plus, nicht groß genug, um Enterprise-Verhandlungen mit Vertragsentwürfen und vierwöchigen Sales-Calls zu rechtfertigen.
Geringere Tiefe außerhalb des LangChain-Stacks. Mit OpenTelemetry läuft LangSmith auch mit Custom-Code — aber die magische Auto-Instrumentierung gibt es nur für LangChain, LangGraph und einige direkte SDK-Adapter. Wer einen exotischen Stack hat (eigenes Routing-Layer, proprietäre Agentenarchitektur, Rust-Backend), muss Telemetrie selbst emittieren und verliert ein Stück des „Out-of-the-Box”-Wertversprechens.
Closed-Source und Vendor-Bindung. Anders als das Framework LangChain (MIT-Lizenz) ist LangSmith proprietär. Wer LangSmith adoptiert und seine Trace-Historie, Datasets und Evaluations dort aufbaut, hat im Migrationsfall echten Aufwand. Open-Source-Alternativen wie Langfuse oder Arize Phoenix bieten hier mehr Wechseloptionen — auf Kosten der Out-of-the-Box-Bequemlichkeit.
Keine deutsche Lokalisierung. Oberfläche, Dokumentation und Support sind ausschließlich Englisch. Für ein Entwickler-Tool meist verkraftbar — wer aber Compliance-Reviews oder interne Schulungen auf Deutsch braucht, muss übersetzen.
Alternativen im Vergleich
| Wenn du… | …nimm stattdessen |
|---|---|
| Open-Source-LLM-Observability mit voller Self-Hosting-Kontrolle suchst | LlamaIndex (eigenes Tracing-Modul) |
| Generische APM mit LLM-Add-on statt LLM-spezifischer Tiefe brauchst | Datadog |
| Frei kombinierbare Open-Source-Observability mit OpenTelemetry-Backend willst | Grafana |
| Das LangChain-Framework selbst evaluierst (LangSmith ist optional) | LangChain |
| Ein No-Code-Workflow-Tool brauchst statt Code-instrumentierter Pipelines | n8n |
Erwähnenswert ohne eigene Tool-Seite: Langfuse (deutsches Open-Source-Pendant aus Berlin, mit voller Self-Hosting-Option und nativer EU-Cloud — die naheliegendste Alternative für DSGVO-pflichtige Teams), Arize Phoenix (US-Open-Source mit starkem Fokus auf Embedding-Drift), Helicone (US-SaaS mit einfachem Proxy-Ansatz), Weights & Biases Weave (für Teams, die ohnehin im W&B-Ökosystem arbeiten) und OpenLLMetry (reine OpenTelemetry-Konvention, die du mit beliebigem Backend kombinierst). Für DSGVO-pflichtige europäische Teams ist Langfuse derzeit die ehrlichste Empfehlung — auch wenn LangSmith im LangChain-Kontext technisch enger integriert ist.
So steigst du ein
Schritt 1: Kostenfreies Konto und ein erster Trace. Lege auf smith.langchain.com ein Developer-Konto an, erzeuge einen API-Key und setze in deiner LangChain-Anwendung die Variablen LANGCHAIN_TRACING_V2=true, LANGCHAIN_API_KEY=... und LANGCHAIN_PROJECT=mein-projekt. Eine einzige Chain-Ausführung später erscheint im Dashboard ein vollständiger Trace mit Prompt, Antwort, Token-Kosten und Latenz. Aha-Moment garantiert.
Schritt 2: Zweiter Schritt — ein Dataset und ein Evaluator. Sammle aus deinen Traces 20 bis 50 Beispielfragen mit erwarteten Antworten und lege sie als Dataset an. Konfiguriere einen einfachen Evaluator (z. B. „enthält die Antwort den Quellen-Link?”). Schon hast du eine wiederholbare Qualitätsmessung — die Grundlage, um Modell-Wechsel oder Prompt-Änderungen objektiv zu bewerten.
Schritt 3: Prompt Hub und Team-Workflow. Lege deine produktiv eingesetzten Prompts als versionierte Artefakte im Prompt Hub ab. Lade sie aus dem Code per langsmith.Client().pull_prompt("vertragsanalyse:v3"). So entkoppelst du Prompt-Änderungen vom Code-Deployment — Prompt-Engineers können iterieren, ohne dass Engineering deployt.
Schritt 4: DSGVO-Entscheidung treffen. Wenn dein Use-Case echte Personendaten oder geschützte Inhalte verarbeitet, halte hier inne. Cloud-Plus ist für sensible Workloads nicht geeignet. Optionen: (a) Trace-Sampling so aggressiv setzen, dass keine sensiblen Inhalte hochgeladen werden, (b) Enterprise-Self-Hosting evaluieren, (c) auf eine Self-Hosted-Alternative wie Langfuse umsteigen. Diese Entscheidung jetzt zu treffen ist günstiger als nach 12 Monaten Migrationsarbeit.
Ein konkretes Beispiel
Ein Münchner Versicherungs-Startup (32 Mitarbeitende, KI-gestützte Schadenbewertung) baut einen Agenten, der Schadenfotos und Schadenbeschreibungen analysiert, Schadenkategorien klassifiziert und Werkstattvorschläge generiert. Architektur: LangGraph in Python mit drei Knoten (Bildanalyse via GPT-4o Vision, Klassifikation via Claude Sonnet, Werkstatt-Lookup via interne Datenbank). In der Entwicklungsphase: LangSmith Developer-Plan kostenlos, jeder Test-Run im Dashboard mit vollständigem Trace-Baum. Die Entwickler:innen sehen sofort, dass Claude in 8 % der Fälle bei mehrdeutigen Schäden in eine Endlos-Schleife läuft — Bugfix in zwei Stunden, ohne LangSmith hätte die Diagnose Tage gedauert. Vor Produktiv-Rollout: Wechsel auf LangSmith Enterprise Self-Hosted in eigener Azure-Subscription (eu-central, Frankfurt) wegen DSGVO-Pflichten. Aufwand: ein Senior-DevOps zwei Wochen für Kubernetes-Setup, Postgres- und Redis-Cluster, Backup-Strategie. Lizenzkosten ca. 2.800 USD/Monat. Ergebnis: Vollständige Observability bei 80.000 Schadenmeldungen pro Monat, Online-Evaluator misst kontinuierlich die Klassifikations-Genauigkeit, Schadenbearbeiter:innen sparen im Schnitt 6 Minuten pro Fall. Der DSGVO-Setup-Aufwand hat sich allein durch die Verkürzung der Compliance-Audits gerechnet.
DSGVO & Datenschutz
- Datenhosting Cloud (Developer/Plus): GCP us-central-1 (Iowa, USA). Anbieter ist LangChain, Inc., San Francisco. Keine native EU-Region verfügbar.
- Datenhosting Enterprise: Self-Hosted-Deployment auf eigenem Kubernetes-Cluster (AWS, GCP oder Azure) — auch in EU-Regionen möglich. BYOC-Variante: LangChain managed die Software, deine Cloud-Subscription hält die Daten.
- Datennutzung: LangChain Inc. nutzt Trace-Daten nicht für Modelltraining. Daten werden für Service-Erbringung, Debugging und (mit ausdrücklicher Zustimmung) für Produktverbesserung verwendet.
- Aufbewahrung: Trace-Retention im Plus-Plan standardmäßig 14 Tage (Base Traces) bzw. 400 Tage (Extended Traces). Konfigurierbar im Enterprise-Plan.
- Auftragsverarbeitung (AVV): Für Plus- und Enterprise-Kunden auf Anfrage verfügbar. SCCs (Standardvertragsklauseln) werden bereitgestellt.
- Empfehlung für Unternehmen: Cloud-Plus nur für interne Tools mit unkritischen Daten oder pseudonymisierte Workloads. Bei DSGVO-Pflicht: Enterprise-Self-Hosting in eigener EU-Cloud, Verzicht auf LangSmith zugunsten von Langfuse, oder Aufbau eigener Tracing-Lösung mit OpenTelemetry und Grafana-Backend.
Gut kombiniert mit
- LangChain — die offensichtlichste Kombination. LangChain liefert das Framework, LangSmith die Sichtbarkeit. Tracing per Umgebungsvariable, kein Glue-Code, vollständiger Trace-Baum out-of-the-box.
- LlamaIndex — auch ohne LangChain im Stack lohnt sich LangSmith für RAG-Pipelines. Das LlamaIndex-SDK hat native LangSmith-Tracing-Hooks, die mit wenigen Zeilen aktiviert sind.
- Azure OpenAI Service — wenn die LLMs DSGVO-konform aus Azure EU-Region kommen, aber Tracing über LangSmith-Cloud läuft, sollte mindestens das Trace-Sampling so eingestellt werden, dass keine personenbezogenen Inhalte hochgeladen werden. Saubere Lösung: LangSmith Self-Hosted parallel in eigener Azure-Subscription.
Unser Testurteil
LangSmith verdient 4 von 5 Sternen. Im LangChain- und LangGraph-Ökosystem gibt es derzeit kein besser integriertes Tool für Tracing, Evaluation und Prompt-Management — und auch frameworkagnostisch (via OpenTelemetry, OpenAI-SDK, LlamaIndex) ist die Lösung professionell und ausgereift. Den fünften Stern verlieren wir aus drei Gründen: Die fehlende EU-Cloud-Region ist 2026 für ein Tool dieser Reife schwer zu verteidigen — die Konkurrenz (insbesondere Langfuse aus Berlin) hat hier längst geliefert. Die Trace-Overage-Preise werden in produktiver Nutzung schnell zum Kostenfaktor, der das schöne 39-USD/Sitz-Versprechen relativiert. Und die strikte Enterprise-Wall für SSO, RBAC und Self-Hosting drängt mittelgroße Teams in unkomfortable Vertragsverhandlungen, bevor sie wirklich bereit dafür sind. Trotzdem: Wer LangChain produktiv betreibt und kein DSGVO-Veto hat, sollte LangSmith mindestens bis zur Plus-Stufe einsetzen — der Produktivitätsgewinn beim Debugging und in der Qualitätsmessung ist substanziell.
Was wir bemerkt haben
- 2024 — LangSmith verließ die Beta-Phase und wurde als kommerzielles Produkt verfügbar. Vor dem GA-Release war das Tool nur über Wartelisten zugänglich, was eine spürbare Adoptions-Bremse war.
- 2025 — LangChain Inc. hat das Trace-Modell auf „Base Traces” und „Extended Traces” umgestellt. Extended Traces (mit erweitertem Detailgrad und längerer Retention) kosten doppelt so viel — wer das nicht aktiv konfiguriert, läuft schnell in unerwartete Overage-Kosten.
- 2025 — Mit „Fleet” und „Deep Agents” hat LangChain Inc. eigene Agent-Plattform-Produkte oberhalb von LangSmith eingezogen. LangSmith wird damit zunehmend Teil eines breiteren Plattform-Stacks — gut für Bestandskunden, aber die Strategie verschiebt sich vom reinen Observability-Tool zur Agent-Operations-Plattform.
- 2025 — Native OpenTelemetry-Unterstützung wurde ausgebaut. Damit ist LangSmith ernsthaft frameworkagnostisch nutzbar, nicht nur als „LangChain-Add-on” — strategisch wichtig, weil viele Teams parallel zu LangChain auch direkte SDK-Calls einsetzen.
- Mai 2026 — Eine native EU-Region für die SaaS-Variante wurde nicht angekündigt. Für DSGVO-pflichtige europäische Teams bleibt der einzige Weg Enterprise-Self-Hosting — was vom Plus-Tier (39 USD/Sitz) zum Enterprise-Tier (vierstellig pro Monat) einen erheblichen Preissprung bedeutet. Konkurrent Langfuse (Berlin) wirbt aktiv mit nativer EU-Cloud und gewinnt in Europa Marktanteil.
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