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Körber Werum PAS-X

Körber AG (Körber Pharma Software, vormals Werum IT Solutions GmbH)

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Werum PAS-X ist das de-facto-Standard-MES der Pharmaindustrie im DACH-Raum. Steuert eBR (electronic Batch Record), Equipment, Material und Personal in GxP-validierten Produktionsumgebungen — von der API-Synthese bis zur sterilen Abfüllung. KI-Module ergänzen Batch-Analytics, Abweichungserkennung und Yield-Prognosen.

Kosten: Enterprise-Pharma-Lizenzierung — keine öffentliche Preisliste; Vollinstallationen typischerweise ab 500.000 EUR pro Produktionsstandort

Stärken

  • De-facto-Standard im DACH-Pharmamarkt — bei Pfizer, Roche, Merck KGaA, AstraZeneca, Bayer, Novartis im Einsatz
  • Tiefe GxP-Validierungsexpertise inkl. ISA-95, ISA-88, FDA 21 CFR Part 11, EU-GMP Annex 11
  • AI/ML-Module: Batch-Record-Analyse, Abweichungserkennung, Root-Cause-Analyse, Yield-Prognose, OEE-Vorhersage für Sterile Fill-Finish
  • Branchenmodelle für Solid Dosage, Sterile, Biotech, ATMP/Cell-and-Gene und API
  • Deutsches Unternehmen, Hauptsitz Hamburg — kurze Wege bei BfArM/EMA-Audits, deutscher GxP-Support
  • Hosting wahlweise on-premise oder Körber-Cloud mit deutschen/EU-Rechenzentren

Einschränkungen

  • Keine öffentlichen Preise — Implementierungsbudgets von 500k bis mehreren Mio. EUR pro Standort sind realistisch
  • Lange Implementierungs- und Validierungszeiten (12–24 Monate für eine Vollinstallation)
  • Hohe jährliche Wartungsgebühren (üblich 18–22 % des Lizenzwerts)
  • Steile Lernkurve — GxP-Validierungs-Know-how und pharmaspezialisierte IT zwingend erforderlich
  • Total Lock-in — ein PAS-X-Wechsel kommt im laufenden Betrieb praktisch nicht vor

Passt gut zu

Pharma-Hersteller (Solid Dosage, Sterile, Biotech, ATMP) Auftragshersteller (CDMO/CMO) mit Multi-Tenant-Anforderungen Unternehmen mit FDA-, EMA- oder PMDA-regulierter Produktion Greenfield-Werke mit mehreren Linien Sites mit serialisierungspflichtigen Produkten (EU-FMD, DSCSA)

Wann ja, wann nein

Wann ja

  • Du bist Pharma-Hersteller im regulierten Umfeld (FDA, EMA, BfArM, PMDA)
  • Dein Standort braucht ein Vollskalen-MES mit eBR, Equipment- und Materialverfolgung
  • Du brauchst einen MES-Anbieter mit nachweisbarer GxP-Validierungsexpertise und Audit-Historie
  • Du planst eine Greenfield-Site oder eine Modernisierung über mehrere Jahre

Wann nein

  • Du bist Lebensmittel-, Chemie- oder Allgemein-Industrie ohne GxP-Pflicht (Siemens Opcenter oder SAP DM sind hier passender)
  • Du hast einen Single-Site-Betrieb mit kleinem Budget (<500k EUR Implementierungsspielraum)
  • Du brauchst SaaS-Quick-Win in Wochen — PAS-X-Projekte dauern Quartale bis Jahre
  • Du suchst eine reine Cloud-Lösung ohne On-Premise-Option (Veeva Vault MES ist dann näher dran)

Kurzfazit

Werum PAS-X ist der De-facto-Standard für Pharma-MES im DACH-Raum — und einer der zwei oder drei führenden Anbieter weltweit. Wer in einem GxP-regulierten Pharmawerk produziert, kommt an PAS-X selten vorbei: Pfizer, Roche, Merck KGaA, AstraZeneca, Bayer und Novartis betreiben das System an dutzenden Standorten. Die seit 2017 zur Hamburger Körber AG gehörende Plattform deckt eBR, Equipment-Steuerung, Material- und Personal-Tracking sowie zunehmend KI-gestützte Analytik ab. Stärken: unangefochtene GxP-Tiefe, deutsche Wurzeln, EU-Hosting, echte AI/ML-Module für Batch-Analytics und Abweichungserkennung. Schwächen: Enterprise-Preisniveau ohne Transparenz, lange Validierungsprojekte, harter Lock-in. Für ein Pharma-Werk in Europa ist die Frage selten ob, sondern wann PAS-X — und in welcher Tiefe.

Für wen ist Werum PAS-X?

Pharma-Hersteller mit GxP-Pflicht: Wer FDA-, EMA- oder BfArM-regulierte Arzneimittel produziert, braucht ein MES, das von Anfang an für validierte Umgebungen gebaut ist. PAS-X bringt vorvalidierte GAMP-5-konforme Module mit, die in jedem ernsthaften Audit standhalten. Für Solid Dosage, Sterile, Biotech und ATMP gibt es jeweils branchenspezifische Vorlagenpakete.

Auftragshersteller (CDMO/CMO): Wer für mehrere Pharmakunden produziert, braucht Multi-Tenant-Fähigkeiten, Mandantentrennung der Rezepturen und sauber getrennte Audit-Trails. PAS-X ist eines der wenigen MES, das diesen Anwendungsfall ernsthaft unterstützt — entsprechend groß ist der CDMO-Anteil unter den Bestandskunden.

Greenfield-Werke und Modernisierungsprogramme: Wer ein neues Werk plant oder ein altes Papier-Batch-Record-Setup auf elektronisch umstellt, holt sich PAS-X meist im Paket mit einem Implementierungspartner (Körber selbst, Accenture, Cognizant, ATS). Die Projekte laufen 12–24 Monate, sind aber für die nächste Werk-Generation tragfähig.

Pharma-IT mit echtem Validierungs-Know-how: PAS-X ist nichts für Generalisten. Sites, die das System nutzen, haben in der Regel ein dediziertes Pharma-IT-Team mit GxP-Ausbildung, Computerised-Systems-Validation-Erfahrung und kontinuierlicher Lieferanten-Beziehung zu Körber. Wer dieses Profil nicht intern hat, kauft es über Service-Verträge zu.

Sites mit Serialisierungspflicht: EU-FMD und US-DSCSA verlangen Track-and-Trace bis auf Einzelpackungs-Ebene. PAS-X integriert Serialisierung tief ins Batch-Recording — was bei Bolt-on-Lösungen oft jahrelange Schmerzen verursacht.

Weniger geeignet für: Lebensmittel- oder Chemiehersteller ohne GxP-Pflicht (hier sind Siemens Opcenter oder SAP Digital Manufacturing leichter), kleine Single-Site-Betriebe mit <30 Batches pro Monat (PAS-X ist überdimensioniert), Startups in Phase-I-Klinik (für klinische Kleinmengen reicht meist Papier oder ein leichtgewichtiges eBR), und Unternehmen, die eine reine SaaS-Lösung ohne On-Premise-Option wollen — dafür ist Veeva Vault MES der näher liegende Kandidat.

Preise im Detail

KostenblockGrößenordnungWas du bekommst
Lizenzen (perpetual oder subscription)typ. 200.000–1.500.000 EUR pro SiteCore-Plattform plus gewählte Module (eBR, Equipment, Material, Personal, MSI, Reporting)
Implementierung & Validierungtyp. 500.000–3.500.000 EUR pro SiteKonfiguration, GAMP-5-Validierung, IQ/OQ/PQ, SOP-Anpassung, Schulung
Jährliche Wartung18–22 % des LizenzwertsUpdates, Security-Patches, technischer Support, Roadmap-Zugang
Cloud-Hosting (optional)nach VereinbarungKörber-betriebene Umgebung in deutschen/EU-Rechenzentren statt eigenem Rechenzentrum
Zusatzmodule (KI, Analytics, MSI)individuellAI/ML-Pakete für Batch-Review, Yield-Prognose, Process Analytical Technology

Einordnung: PAS-X spielt in der Liga der echten Enterprise-Pharma-Software — Preisschilder in Millionenhöhe pro Standort sind die Regel, nicht die Ausnahme. Eine Vollinstallation für ein mittleres Werk landet realistisch zwischen 1,5 und 5 Millionen Euro über die ersten zwei Jahre, danach mehrere Hunderttausend Euro jährlich für Wartung und Cloud. Wer kleiner anfangen möchte, kann sich auf einzelne Module (z. B. nur eBR für eine Linie) beschränken — Körber unterstützt diesen schrittweisen Einstieg, aber das volle Potenzial entfaltet sich erst mit der Suite. Eine öffentliche Preisliste gibt es nicht; jeder Deal wird individuell verhandelt, was branchenüblich ist, aber unangenehm für Vorab-Budgetierungen.

Stärken im Detail

Tiefste GxP-Validierungs-DNA am Markt. Werum baut Pharma-MES seit den 1990er-Jahren — wenige Wettbewerber haben eine vergleichbare Audit-Historie. Die Module bringen vorvalidierte Konfigurationen mit, das Lieferantendossier ist FDA-/EMA-erprobt, und die Validation Acceleration Packs reduzieren den eigenen IQ/OQ-Aufwand spürbar. Wer schon mal versucht hat, ein generisches MES für Pharma zu validieren, weiß, was diese Vorarbeit wert ist.

Echte Marktdurchdringung im DACH-Raum. PAS-X läuft bei nahezu jedem großen deutschen Pharma-Hersteller in mindestens einer Fabrik. Das hat zwei Konsequenzen: Erstens findet man Personal, das das System kennt — von Validierungsexperten bis zu Konfigurations-Spezialisten. Zweitens ist die Roadmap stark von DACH-Anwender-Anforderungen geprägt; europäische Regulatorik (EU-GMP Annex 11, EU-FMD, EMA-Anforderungen) wird priorisiert und nicht nachgereicht.

KI/ML-Module mit echtem Pharma-Bezug. Körber hat in den letzten Jahren konsequent AI-Module ergänzt: automatisierte Review-by-Exception für eBR (Batches mit Standardverlauf werden vom System vorgeschlagen, Reviewer prüft nur noch Ausnahmen), ML-basierte Abweichungs- und Root-Cause-Analyse, Yield-Prognosen für Biotech-Batches und prädiktive OEE-Vorhersagen für Sterile Fill-Finish-Linien. PAT-Daten (Process Analytical Technology) werden in den AI-Modellen mit Batch-Outcomes verknüpft. Das ist keine generische „AI-Bolt-on”, sondern auf konkrete Pharma-Workflows zugeschnitten.

Brancheneditionen statt Generalismus. PAS-X kommt in Varianten für Solid Dosage, Sterile, Biotech, ATMP/Cell-and-Gene und API-Synthese. Jede Edition hat vorkonfigurierte Workflow-Templates, Validierungspakete und Integrationen für die jeweils typischen Anlagentypen. Das ist ein erheblicher Beschleuniger gegenüber generischen MES, die du mühsam für Pharma maßschneidern müsstest.

EU-Hosting und deutsche Datenhoheit. Körber bietet das System wahlweise on-premise oder als Körber-betriebene Cloud-Umgebung mit Rechenzentren in Deutschland und der EU an. Das ist für Pharma-Compliance (Datenhoheit, EU-GMP, Annex 11) ein echter Vorteil gegenüber US-zentrierten Wettbewerbern, deren EU-Region oft nur eine Frontend-Spiegelung ist.

Deutsche Firma, deutsche Audit-Begleitung. Bei BfArM- oder EMA-Inspektionen ist es kein Nachteil, einen Anbieter im Land zu haben. Körber-Validierungsexperten sprechen die Audit-Sprache, kennen die typischen Fragenkreise deutscher Inspektoren und sind im Zweifel innerhalb weniger Stunden vor Ort. Bei Anbietern aus den USA ist das anders.

Schwächen ehrlich betrachtet

Preis und Implementierungsdauer sind die Eintrittsbarriere. Ein PAS-X-Projekt unter 500.000 EUR Gesamtaufwand existiert praktisch nicht, ein typisches Vollskalen-Projekt landet im Millionenbereich. Validierung und Schulung dauern länger als die reine Implementierung — 18 Monate von Kick-off bis Produktivgang ist normal. Wer Quick Wins sucht, ist bei PAS-X falsch.

Kein öffentlicher Preis — jeder Deal ist Verhandlung. Das ist branchenüblich, aber für Buyer schwierig: Du musst RFP-Prozesse mit Wettbewerbern parallel laufen lassen, um Preisanker zu bekommen. Lizenz-, Modul- und Wartungspreise werden individuell zugeschnitten und sind oft an Standortgröße, Linienanzahl und Mitarbeitenden-Zahl gekoppelt.

Steile Lernkurve und hoher Personalbedarf. PAS-X ist nichts für ohne-Setup-Anwender. Du brauchst ein internes Team aus GxP-Validierungsexperten, Pharma-IT-Spezialisten und Key-Usern auf Werksebene. Das Schulungsaufkommen für Operatoren bei einer eBR-Einführung wird regelmäßig unterschätzt.

Ökosystem-Lock-in. Ein einmal eingeführtes PAS-X wird im Werk in der Regel 20+ Jahre betrieben. Ein Wechsel zu einem anderen MES ist im laufenden Pharma-Betrieb praktisch nicht durchführbar (Validierungsaufwand, Behörden-Notifizierung, Risiko von Produktionsausfällen). Das schafft eine Abhängigkeit, die du beim Vertragsabschluss bewusst eingehen musst.

KI-Funktionen sind teils Aufpreis-Module. Die spannenden AI/ML-Features (Yield-Prognose, AI-Batch-Review) sind nicht im Standardlizenz-Paket — sie kosten extra und brauchen oft eigene Implementierungs-Pakete plus saubere historische Datenbasis (mehrere Jahre Batch-Daten in normalisierter Form). Wer kein etabliertes Data Warehouse hat, kann die AI-Features nicht sofort produktiv nutzen.

Kein leichtes „Ausprobieren”. Anders als bei Cloud-MES gibt es keinen Trial, keinen Self-Service-Onboarding-Pfad, keine 30-Tage-Probelizenz. Erste Berührung läuft über Vertrieb, Demo, Workshop — das ist okay für Enterprise-Käufer, aber ein Hindernis für kleinere Pharma-Hersteller, die schnell sondieren wollen.

Alternativen im Vergleich

Wenn du……nimm stattdessen
Eine Cloud-native Pharma-Plattform mit starker Quality- und Regulatory-Suite willstVeeva Vault
Eine breite Industrie-MES-Lösung jenseits Pharma (Automotive, Elektronik, Lebensmittel) brauchstSiemens Opcenter
Tiefe SAP-ERP-Integration und einen Single-Vendor-Ansatz priorisierstSAP Digital Manufacturing
Eine deutsche/europäische LLM-Schicht für eigene Pharma-Workflows aufsetzen willstAleph Alpha

Erwähnenswert ohne verifizierte Tool-Seite: die breitere Körber MES Platform (siehe interne Übersicht), wenn du jenseits des PAS-X-Vollskalen-Pakets schmaler einsteigen willst. Apprentice.io (US-Startup mit moderner Cloud-MES-Architektur und AR-Komponenten, in Europa noch wenig verbreitet), Tulip (No-Code-Frontline-Operations-Plattform, gut für Mischbetriebe oder Greenfields mit hybridem Ansatz), AVEVA MES (vormals Wonderware, in Pharma-Hilfsbetrieben anzutreffen) und POMSnet/Honeywell (in der amerikanischen Pharma-Industrie stark, in DACH selten) komplettieren das Wettbewerbsbild.

PAS-X bleibt im DACH-Pharmamarkt die Referenz. Wer ein etabliertes Werk modernisiert, wird in der Ausschreibung praktisch immer PAS-X gegen Veeva Vault MES und meist eine SAP- oder Siemens-Variante laufen lassen. Bei Greenfield-Sterile-Sites ist PAS-X auch 2026 weiter Setzwert.

So steigst du ein

Schritt 1: Site-Assessment und Modulauswahl. Bevor du mit Körber sprichst, klär intern, welche Module du brauchst: Reicht eBR mit Equipment-Tracking, oder willst du gleich Material-, Personal- und MSI-Module mit aufnehmen? Bei einer Greenfield-Site lohnt das Vollpaket; bei einer Modernisierung empfiehlt sich ein gestaffelter Roll-out (Linie für Linie). Lege parallel das Zielbild für Validierung und Datenmigration fest — das spart später Monate.

Schritt 2: RFP-Prozess mit Wettbewerbern. Lass PAS-X gegen mindestens zwei Wettbewerber antreten (typisch: Veeva Vault MES, Siemens Opcenter Pharma oder SAP DM). Das ist nicht nur für die Preisverhandlung wichtig, sondern auch, um die jeweiligen Stärken im Use-Case-Mapping zu sehen. Plane für den RFP-Prozess realistisch 4–6 Monate ein.

Schritt 3: Implementierungspartner und Validierungspfad festlegen. Körber bietet Eigen-Implementierung an, aber viele Sites entscheiden sich für einen GSI-Partner (Accenture, Cognizant, ATS, Tata Consultancy). Definiere früh, wer Validierungs-Owner ist — Körber, Partner oder dein eigenes Team. Bestelle Validation Acceleration Packs direkt mit; ohne diese verdoppelt sich der IQ/OQ-Aufwand.

Schritt 4: KI-Module nicht in Phase 1 einführen. Die AI/ML-Pakete brauchen eine saubere historische Datenbasis und eine produktiv laufende eBR-Konfiguration. Plane sie für Phase 2 oder 3 (12–18 Monate nach Go-Live) ein, wenn das System stabil läuft. Wer AI direkt zum Start aktivieren will, riskiert frustrierte Erwartungen mangels Trainingsdaten.

Ein konkretes Beispiel

Ein mittelständischer Auftragshersteller (CDMO) für sterile Injektabilia in Niedersachsen modernisiert sein 1990er-Jahre-Werk: Drei Fill-Finish-Linien, ca. 80 Batches pro Monat, EU-GMP- und FDA-reguliert. Nach einem 5-monatigen RFP-Prozess gewinnt PAS-X gegen Veeva Vault MES — primär wegen der bestehenden Körber-Beziehung am Schwesterstandort und der tieferen Sterile-Fill-Finish-Templates. Projektdauer: 18 Monate Implementierung mit Cognizant als Integrationspartner, 14 Monate parallele Validierung. Investition: 2,3 Mio. EUR Lizenz und Implementierung, 380.000 EUR jährliche Wartung. Ergebnis nach 24 Monaten: Chargen-Freigabezeit sinkt von durchschnittlich 9 Tagen (Papier-eBR) auf 2 Tage (electronic Review-by-Exception), die OEE der drei Linien steigt um 11 %, und in der zweiten Phase wird das AI-Yield-Prognose-Modul aktiviert — das früh-warnt bei kritischen Sterilfiltrationsabweichungen, bevor sie zur Charge-Verwerfung führen. Der CDMO gewinnt zwei neue Großkunden, weil er PAS-X-validierte Multi-Tenant-Mandantentrennung im RFP nachweisen kann.

DSGVO & Datenschutz

  • Datenhosting: On-premise im eigenen Rechenzentrum oder in der Körber-Cloud mit deutschen/EU-Rechenzentren — keine erzwungene US-Übertragung
  • Datennutzung: Kundendaten werden nicht für Modelltraining oder Marketing verwendet; klare Trennung pro Tenant in Multi-Tenant-Setups
  • Auftragsverarbeitung (AVV): Standardmäßig Bestandteil der Körber-Cloud-Verträge; bei On-Premise-Deployments greift das Standard-Vertragswerk mit Subverarbeiter-Liste
  • Aufbewahrung & Löschung: Konfigurierbar entsprechend GxP-Aufbewahrungsfristen (typisch Charge + 1 Jahr nach Verfallsdatum) und DSGVO-Anforderungen
  • Compliance-Nachweise: ISO 27001, GAMP 5, FDA 21 CFR Part 11, EU-GMP Annex 11 — vollständiges Compliance-Dossier auf Anfrage
  • Personenbezug: Operator- und Reviewer-IDs werden zwingend protokolliert (Audit-Trail-Pflicht), Pseudonymisierung ist nur eingeschränkt möglich; klare Betriebsvereinbarung mit dem Betriebsrat ist für deutsche Werke faktisch Pflicht
  • Empfehlung für Unternehmen: Bei On-Premise-Deployment vollständige Datenhoheit; bei Cloud-Variante AVV mit dokumentierter EU-Region und Sub-Verarbeitungsketten prüfen. DSFA (Datenschutz-Folgenabschätzung) für die Mitarbeitendenprotokollierung ist Standardanforderung

Gut kombiniert mit

  • Siemens Opcenter — in Mischbetrieben mit Pharma- und Nicht-Pharma-Linien wird PAS-X für GxP-Linien und Opcenter für angrenzende Fertigungsbereiche kombiniert; die ISA-95-Schnittstellen sind beidseitig sauber dokumentiert
  • SAP Digital Manufacturing — wer SAP S/4HANA als ERP einsetzt, integriert PAS-X über SAP-zertifizierte Konnektoren für Material-, Auftrags- und Charge-Stammdaten; die Kombination ist im DACH-Pharmamarkt Standard
  • Aleph Alpha — für Pharma-spezifische LLM-Anwendungen (Abweichungsklassifikation, CAPA-Vorschläge, Regulatory-Submission-Drafts) eignet sich Aleph Alpha als europäische Foundation-Layer, die auf PAS-X-Daten aufsetzt — ohne US-Datenabfluss

Unser Testurteil

Werum PAS-X verdient 5 von 5 Sternen — und zwar mit klarer Begründung: In seiner Kategorie (Pharma-MES für GxP-regulierte Produktion) ist es die Referenz, an der sich alle Wettbewerber messen lassen müssen. Die Tiefe der GxP-Validierungsexpertise, die Marktdurchdringung im DACH-Raum, die Brancheneditionen und das EU-Hosting sind kein Marketing-Versprechen, sondern jahrzehntelang gewachsene Realität. Die AI/ML-Module sind keine generischen Add-ons, sondern für konkrete Pharma-Workflows zugeschnitten und haben in Bestandsinstallationen messbare Effekte (kürzere Batch-Reviews, frühere Abweichungserkennung). Dass die Eintrittsbarriere hoch ist (Preis, Implementierungsdauer, Personalbedarf), ist für ein Enterprise-Pharma-MES erwartbar — wer in dieser Liga spielt, weiß, was er einkauft. Den fünften Stern verdient PAS-X, weil es für seinen Anwendungsfall keine echte Alternative gibt, die in allen Dimensionen mithält. Wer ein deutsches Pharma-Werk modernisiert oder neu baut, sollte PAS-X mindestens evaluieren — und wird in den meisten Fällen auch dabei landen.

Was wir bemerkt haben

  • 2017 — Die Hamburger Körber AG übernimmt Werum IT Solutions GmbH und integriert PAS-X in den neuen Geschäftsbereich Körber Pharma. Der Markenname PAS-X bleibt erhalten, das Produkt erhält durch die Körber-Industrieperspektive zusätzliches Investitionsbudget. Im Markt wird das Produkt weiterhin häufig als „Werum PAS-X” referenziert — die Doppelbenennung hält sich hartnäckig.
  • 2022–2024 — Körber baut das AI/ML-Portfolio rund um PAS-X systematisch aus: Werum AI Suite mit Modulen für Batch-Review-by-Exception, Yield-Prognose und Abweichungsklassifikation. Der Hebel ist messbar: Bei Pilotanwendern sinkt die manuelle Review-Zeit für Standardbatches um bis zu 70 %.
  • 2024 — Körber lanciert mit „Werum PAS-X Savvy” eine MSI-Plattform (Manufacturing Science & Intelligence), die PAS-X-Daten mit PAT- und LIMS-Daten verknüpft und für KI-Modelle aufbereitet. Das ist die Basis-Infrastruktur, die viele AI-Anwendungsfälle erst praktikabel macht.
  • 2025 — Mehrere große CDMO- und ATMP-Hersteller geben PAS-X-Standortausrollungen bekannt, was die Position im Multi-Tenant- und Cell-and-Gene-Segment weiter festigt. Wettbewerber Veeva Vault MES gewinnt parallel an Sichtbarkeit, vor allem bei Greenfield-Sites mit Cloud-First-Strategie.
  • Mai 2026 — PAS-X bleibt im DACH-Pharmamarkt die unangefochtene Nummer 1 mit Marktanteil-Schätzungen jenseits 50 % bei großen Sites. Die KI-Module gehören inzwischen bei jedem Neukunden-RFP zum Standardumfang — nicht weil sie alle sofort nutzen, sondern weil niemand mehr ein MES kaufen will, das KI nachträglich nicht trägt.

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