CELUS Design Platform
CELUS GmbH (München)
CELUS ist ein Münchner KI-Startup, das den Anfang des Electronics-Design-Prozesses automatisiert: Funktionale Anforderungen werden per KI in Bauteilauswahl, Stücklisten und Basis-Schaltpläne überführt — bevor eine Zeile manuelles Layout beginnt. Seit Oktober 2024 offizieller Siemens-Partner für PCB-SMB-Lösungen mit nahtloser Xpedition-Integration. Stärke liegt klar in der vorgelagerten Konzeptphase, nicht im PCB-Layout.
Kosten: Starter-Zugang kostenlos (eingeschränktes Volumen, Konzept-Designs). Professional- und Enterprise-Tarife auf Anfrage — Preise nicht öffentlich. Über die Siemens-Partnerschaft (seit Oktober 2024) bündelbar mit Xpedition-Lizenzen für SMBs.
Stärken
- KI-getriebene Anforderung-zu-Schaltplan-Pipeline: Funktionsblöcke eingeben, Bauteile und Schaltplan kommen raus
- Partnerschaft mit Siemens Digital Industries — nahtloser Export zu Xpedition für PCB-Layout
- Europäische Datenhaltung (München/EU) — DSGVO-konform von Haus aus
- Für SMBs und Independent Engineers konzipiert — keine Enterprise-Only-Hürde
- Integrierte Bauteilverfügbarkeit und Alternativvorschläge aus Bauteilbörsen
- Deutsches Team, deutscher Support — selten in der EDA-Welt, die sonst US-/asien-dominiert ist
Einschränkungen
- Kein vollständiger Layout-Editor — CELUS ersetzt nicht Altium/KiCad/Xpedition, sondern ergänzt sie vorgelagert
- Pricing für Professional-/Enterprise-Pläne nicht transparent — Angebotsprozess erforderlich
- Noch junges Produkt (Global Launch April 2024) — Feature-Tiefe für komplexe Analogdesigns begrenzt
- Community und Tutorials deutlich kleiner als bei etablierten EDA-Tools
- Für sicherheitskritische Designs (Medizin Class III, Automotive ASIL-D) noch nicht erste Wahl
- Abhängigkeit von Bauteilbörsen-APIs — Verfügbarkeiten können schwanken
Passt gut zu
Wann ja, wann nein
Wann ja
- Du startest neue Elektronikprodukte und brauchst schnelle Konzept-Schaltpläne
- Du suchst eine EU-gehostete KI-EDA-Lösung mit deutschem Support
- Du nutzt Siemens Xpedition für PCB-Layout
- Du willst Bauteilauswahl automatisieren und Verfügbarkeiten prüfen
Wann nein
- Du brauchst ein vollständiges PCB-Layout-Tool — CELUS ersetzt nicht Altium oder KiCad
- Du entwickelst komplexe Hochfrequenz- oder Mixed-Signal-Designs
- Du arbeitest in sicherheitskritischen Branchen mit strengen Zertifizierungspfaden
- Du brauchst eine große Community mit umfangreichen Tutorials
Kurzfazit
CELUS ist eines der wenigen ernstzunehmenden europäischen KI-Startups im EDA-Markt — und löst ein konkretes Problem: die Zeit zwischen „funktionale Idee” und „erster prüfbarer Schaltplan-Entwurf”, die in der klassischen Elektronikentwicklung Tage bis Wochen dauert. Per KI werden funktionale Anforderungen in Bauteilauswahl, Netzlisten und Basis-Schaltpläne überführt. Die Stärke liegt klar in der vorgelagerten Konzeptphase — CELUS ist kein PCB-Layout-Tool und will keines sein. Mit der Siemens-Xpedition-Partnerschaft (seit Oktober 2024) und EU-Hosting ist es für SMBs eine interessante Ergänzung zu Altium oder KiCad. Schwächen: noch junges Produkt, intransparente Preise, begrenzte Feature-Tiefe für komplexe Designs. Für die ersten 30 % des Design-Workflows kann CELUS aber tatsächlich Zeit sparen.
Für wen ist CELUS?
Hardware-Startups und Maker-Studios: Wer mit knappen Engineering-Ressourcen arbeitet und schnell Konzeptdesigns für Prototypen oder Investoren-Pitches braucht, gewinnt mit CELUS deutlich Zeit. Statt tagelang Datenblätter zu wälzen und Bauteile manuell zusammenzustellen, liefert die KI in Stunden einen Ausgangspunkt.
Mittelständische Elektronik-Entwickler: Industrie 4.0, Sensorik, IoT-Module, kleine Steuerungen — überall dort, wo regelmäßig neue Elektronikprodukte entstehen, beschleunigt CELUS die Konzeptphase. Besonders relevant für Häuser ohne dediziertes Bauteilmanagement-Team.
Siemens-Xpedition-Anwender: Die Partnerschaft ist mehr als ein Marketing-Stunt — der Export aus CELUS nach Xpedition ist tatsächlich nahtlos integriert. Wer bereits in der Siemens-EDA-Welt arbeitet, bekommt mit CELUS eine vorgelagerte KI-Schicht, die ohne Tool-Brüche funktioniert.
Independent Engineers und Freelancer: Wer als Solo-Entwickler Aufträge für mehrere Kunden bedient, spart mit CELUS die manuelle Recherchearbeit für Bauteilauswahl und Alternativen. Der Starter-Zugang ist kostenlos, der professionelle Tarif für gelegentliche Projekte wirtschaftlich darstellbar.
Hochschulen und F&E-Labore: Für Lehrveranstaltungen und Forschungsprojekte ist die schnelle Konzeptphase ein didaktischer Hebel — Studierende kommen schneller zu prüfbaren Designs, der Fokus verschiebt sich von Datenblatt-Recherche zur eigentlichen Designentscheidung.
Weniger geeignet für: Komplexe Analog- oder Hochfrequenz-Designs (CELUS ist auf strukturierbare Digitalblöcke optimiert), sicherheitskritische Designs in Medizin Class III oder Automotive ASIL-D (Zertifizierungspfade sind hier zu strikt), reine PCB-Layout-Aufgaben (dafür braucht es weiterhin Altium, KiCad oder Xpedition) und Häuser, die ein kostenloses Tool mit großer Community brauchen — da bleibt KiCad die Referenz.
Preise im Detail
| Plan | Preis | Was du bekommst |
|---|---|---|
| Starter | Kostenlos | Eingeschränktes Projektvolumen, Basis-KI-Vorschläge, Community-Bauteilkatalog, Konzept-Designs für Evaluierungs- und Lehrzwecke |
| Professional | Auf Anfrage | Höheres Projektvolumen, erweiterte KI-Modelle, Bauteilverfügbarkeitsdaten in Echtzeit, Export zu mehreren EDA-Tools, deutscher Support |
| Enterprise | Auf Anfrage | Team-Funktionen, Custom-Bauteilbibliotheken, dedizierter Solution Engineer, SLAs, On-Premise-Optionen für sensible Branchen |
| Siemens-Partnerpaket | Bündel-Pricing | CELUS + Xpedition-Lizenzen für SMBs in kombinierten Bundles — über Siemens-Vertrieb oder zertifizierte Partner |
Einordnung: Der Starter-Zugang ist mehr als ein Demo — du kannst real evaluieren, ob die KI für deine Designaufgaben taugt, ohne Sales-Gespräch. Für ernsthafte Projektarbeit kommst du um Professional nicht herum, und genau hier wird es intransparent: CELUS veröffentlicht keine Listenpreise, was für junge Tools üblich, aber für Projektplaner ärgerlich ist. Aus Brancheninterviews ist bekannt, dass professionelle Lizenzen im niedrigen vierstelligen Bereich pro Jahr beginnen können — verlässlich ist nur ein konkretes Angebot. Das Siemens-Partnerpaket ist für Häuser, die ohnehin Xpedition prüfen, der wirtschaftlich vernünftigste Einstieg. Wer KiCad gewohnt ist und kein Budget für EDA-Tools hat, wird CELUS wahrscheinlich nicht ernsthaft einführen.
Stärken im Detail
KI-Pipeline vom Funktionsblock zum Schaltplan. Das Kernversprechen ist ungewöhnlich konkret: Du beschreibst funktionale Anforderungen („Mikrocontroller mit CAN-Bus, 3,3 V-Versorgung, 4 ADC-Kanäle, USB-C-Versorgung”), CELUS schlägt passende Bauteile aus seinem Katalog vor und generiert eine Basis-Schaltung mit Netzliste. Was sonst Datenblatt-Recherche, manuelle Bauteilauswahl und mehrere Iterationen erfordert, läuft in Stunden statt Tagen. Die KI ist nicht perfekt, aber für 60–70 % der typischen Embedded-Designs liefert sie einen brauchbaren Ausgangspunkt.
Siemens-Partnerschaft als Glaubwürdigkeitssignal. Im Oktober 2024 hat Siemens Digital Industries Software CELUS offiziell als Partner für PCB-SMB-Lösungen ausgewählt. Das ist nicht nur Marketing — der Export zu Xpedition ist technisch integriert, und Siemens vermarktet kombinierte Pakete für mittelständische Kunden. Für ein junges Startup ist das ein erheblicher Vertrauenshebel: Wer mit Siemens auf der Bühne steht, wird ernster genommen als ein reiner Indie-Anbieter.
EU-Hosting als echtes Argument. Die Daten liegen in Münchner/EU-Rechenzentren. Für Industrieunternehmen, die ihre Schaltungsdesigns nicht in US-Cloud-Services hochladen wollen (geistiges Eigentum, Wettbewerbsfähigkeit), ist das oft ein Killer-Kriterium. US-Konkurrenten wie Flux.ai oder JITX müssen hier passen.
Integrierte Bauteilverfügbarkeit. CELUS prüft im Hintergrund über APIs der großen Bauteilbörsen (Octopart, Mouser, Digi-Key) die aktuelle Verfügbarkeit und Preisgestaltung — und schlägt Alternativen vor, wenn ein Bauteil ausgelistet oder schwer verfügbar ist. Für SMBs ohne dediziertes Sourcing-Team ist das ein realer Zeit- und Risikogewinn, gerade nach den Lieferengpässen der letzten Jahre.
Deutscher Hauptsitz, deutscher Support. In der EDA-Welt, die sonst von US- (Cadence, Synopsys, Altium) und asiatischen Anbietern dominiert wird, ist CELUS ein seltener europäischer Vertreter mit deutschsprachigem Support, deutscher Vertragsbeziehung und deutscher Rechnungsstellung. Für KMU mit beschränkten Englisch-Sales-Erfahrungen senkt das die Hemmschwelle.
Fokus auf vorgelagerte Phase. CELUS versucht nicht, alles zu sein. Es macht eine Sache: den Übergang von Anforderung zu Schaltplan-Entwurf automatisieren. Das eigentliche PCB-Layout findet weiter in Altium, KiCad oder Xpedition statt. Diese Fokussierung verhindert das typische „Schweizer Taschenmesser”-Problem junger Tools und schafft eine klare Abgrenzung gegenüber etablierten EDA-Suiten.
Schwächen ehrlich betrachtet
Noch junges Produkt. Der Global Launch war April 2024, die KI-Modelle entwickeln sich noch. Für gut strukturierbare Digital- und Embedded-Designs funktioniert die Pipeline solide, bei komplexen Analogdesigns, Mixed-Signal-Schaltungen oder Power-Electronics stößt sie an Grenzen. Die Feature-Tiefe wächst, ist aber nicht mit der jahrzehntealten Reife von Altium oder Cadence vergleichbar.
Intransparente Preise. Wer eine schnelle Kostenkalkulation braucht, ist auf den Vertrieb angewiesen. Das ist normal für junge B2B-Tools, behindert aber den evaluierenden Engineer, der „mal kurz” prüfen will, ob CELUS ins Budget passt. Hier wäre ein Listenpreis-Modell mittelfristig hilfreich.
Kein Layout-Editor. Wer hofft, mit CELUS einen kompletten EDA-Workflow zu bekommen, wird enttäuscht — das eigentliche Routing und Placement bleibt bei den klassischen Tools. Für Einsteiger ist diese Arbeitsteilung erklärungsbedürftig, für etablierte Engineers ein Plus (kein Lock-in).
Community und Tutorials begrenzt. Im Vergleich zu KiCad (riesige Open-Source-Community), Altium (jahrzehntelange Nutzerbasis) oder den Cadence/Synopsys-Welten ist die CELUS-Community klein. YouTube-Tutorials, Stack-Exchange-Antworten und Drittanbieter-Schulungen fehlen weitgehend. Wer eine Frage hat, fragt im Zweifel beim Hersteller — der antwortet zwar, aber das Selbsthilfe-Ökosystem ist überschaubar.
Abhängigkeit von Bauteilbörsen-APIs. Die Verfügbarkeitsprüfung läuft über Drittanbieter-APIs. Wenn Octopart, Mouser oder Digi-Key ihre Schnittstellen ändern oder Preise für API-Nutzung anheben, kann das CELUS-Pricing oder -Funktionsumfang beeinflussen. Strukturelles Risiko junger Plattformen.
Sicherheitskritische Anwendungen außen vor. Für Medizin Class III, Automotive ASIL-D oder Luftfahrt-zertifizierte Designs reicht KI-generierte Bauteilauswahl nicht — Zertifizierungspfade verlangen rückverfolgbare manuelle Designentscheidungen mit Engineer-Verantwortung. CELUS positioniert sich hier auch bewusst nicht, ist aber für diese Branchen schlicht das falsche Werkzeug.
Begrenzte Feature-Tiefe bei Spezialdomänen. Hochfrequenz-Designs, EMV-kritische Layouts, präzise Analog-Frontends, FPGA-Pinning — überall dort, wo Spezialdomänen-Wissen nötig ist, hilft die KI weniger. Sie kann den Standard, nicht den Sonderfall.
Alternativen im Vergleich
| Wenn du… | …nimm stattdessen |
|---|---|
| Ein vollständiges, kostenloses PCB-Layout-Tool brauchst | KiCad |
| Industriestandard für kommerzielles PCB-Design suchst | Altium Designer |
| Bereits in der Siemens-EDA-Welt arbeitest und Vollintegration brauchst | Cadence Allegro X oder Siemens Xpedition |
| Bauteilauswahl und Alternativen prüfen willst | Octopart oder SiliconExpert |
Erwähnenswert ohne eigene Tool-Seite oder als US-Wettbewerber: Flux.ai (browserbasiertes EDA mit KI-Features, US-Hosting), JITX (KI-Schaltplangenerator mit Programmierschnittstelle, US-Hosting) und Snapeda (Bauteilbibliothek mit KI-Vorschlägen). CELUS ist kein EDA-Allrounder — und das ist seine Stärke. Es macht eine Sache (Anforderung → Konzeptschaltplan) und überlässt das Layout den etablierten Tools. Wer das versteht, gewinnt; wer ein komplettes EDA-Werkzeug erwartet, wird enttäuscht.
So steigst du ein
Schritt 1: Lege einen kostenlosen Account auf celus.io an. Kein Sales-Gespräch nötig für den Starter-Zugang. Bewerte mit einem realen Projekt, das du gut kennst — etwa ein Embedded-Modul, das du bereits manuell entwickelt hast. Vergleiche, was CELUS vorschlägt, mit deinem fertigen Design. Das ist die einzige verlässliche Methode, die KI-Qualität für deinen Domain zu prüfen.
Schritt 2: Lege ein neues Designprojekt an und beschreibe Anforderungen in funktionalen Blöcken — z. B. „Mikrocontroller mit CAN-Bus, 3,3 V-Versorgung, 4 ADC-Kanäle, USB-C-Power-Delivery, externer Flash 32 MB”. CELUS schlägt passende Bauteile aus seinem Katalog vor, generiert eine Basis-Schaltung und prüft Verfügbarkeiten. Iteriere — die KI verarbeitet Korrekturen wie „nutze stattdessen einen STM32 statt eines ESP32” gut.
Schritt 3: Stückliste und Schaltplan exportieren. Format wählen je nach Layout-Tool: KiCad (Open-Source-Stack), Altium Designer (kommerzieller Standard) oder Siemens Xpedition (über die Partnerschaft besonders integriert). Das eigentliche PCB-Layout — Placement, Routing, EMV-Optimierung — beginnt dann in deinem etablierten EDA-Tool.
Schritt 4: Bei Begeisterung professionellen Tarif oder Siemens-Partnerpaket evaluieren. Lass dir vom Vertrieb das Projektvolumen-Modell erklären (typischerweise pro Designprojekt oder pro Team) und vergleiche mit deinem realen Projektaufkommen. Für Häuser mit < 5 neuen Projekten pro Jahr ist Starter oft ausreichend; bei intensivem Konzeptphasen-Aufkommen lohnt Professional.
Ein konkretes Beispiel
Ein Münchner Medizintechnik-Startup mit 12 Mitarbeitenden nutzt CELUS für die Konzeptphase neuer Sensormodule. Der Workflow: Funktionale Spezifikation in CELUS eingeben („MEMS-Beschleunigungssensor, BLE 5.3, 3,7 V Lithium-Polymer, 30 Tage Batterielaufzeit, Wake-on-Motion”) → KI generiert Bauteilauswahl mit Alternativen, Basis-Schaltplan und prüft Verfügbarkeiten → Engineer prüft, justiert manuell, exportiert nach Altium für das eigentliche PCB-Layout. Die Zeit von funktionaler Spec zum ersten prüfbaren Schaltplan-Entwurf sank von typisch 3–4 Tagen auf ca. 6 Stunden — die KI übernimmt die Datenblatt-Recherche und Bauteil-Vorauswahl, das Layout-Team arbeitet weiter klassisch in Altium. Wichtig: Für die finale Zertifizierung (Medizinprodukt Klasse IIa) bleibt der Engineer für jede Designentscheidung verantwortlich; CELUS dient hier als Beschleuniger, nicht als Ersatz. Laut Firmenangabe waren auf der Plattform seit Launch April 2024 mehr als 15.000 Engineers registriert.
DSGVO & Datenschutz
- Datenhosting: EU-Rechenzentren (München/Frankfurt). Keine Verarbeitung in US-Clouds.
- Anbieter: CELUS GmbH, München. Deutsche GmbH nach deutschem Recht — keine Drittlandsproblematik bei der Vertragsbeziehung.
- Datennutzung: Designdaten der Anwender werden nicht für Modelltraining verwendet (Aussage des Anbieters; im Enterprise-Vertrag ausdrücklich zugesichert). Aggregierte, anonymisierte Nutzungsdaten fließen in die Modellverbesserung ein.
- Auftragsverarbeitung (AVV): Für Professional- und Enterprise-Kunden verfügbar. Im Starter-Zugang gilt die Standard-Datenschutzerklärung — kein AVV im klassischen Sinn.
- IP-Schutz: Wer mit geistigem Eigentum (proprietären Schaltungsblöcken, Patentkandidaten) arbeitet, sollte vor Upload mit dem Anbieter klären, wie die Daten verarbeitet und gespeichert werden. Für sensible Projekte empfiehlt sich eine On-Premise-Option (Enterprise).
- Empfehlung für Unternehmen: Für Standard-Embedded-Designs ohne kritische IP-Aspekte ist CELUS DSGVO-konform einsetzbar. Bei strategisch wichtigen Designs (Patentvorbereitung, Wettbewerbsdifferenzierung) Enterprise-Vertrag mit ausdrücklicher IP-Klausel verhandeln.
Gut kombiniert mit
- Altium Designer — wer CELUS für die Konzeptphase nutzt und im kommerziellen EDA-Standard arbeitet, exportiert direkt nach Altium für PCB-Layout, Routing und Manufacturing-Files. Die Kombination Konzept-KI plus etabliertes Layout-Tool ist der typische Workflow.
- KiCad — für Häuser ohne EDA-Lizenzbudget kombiniert CELUS (kostenpflichtig oder Starter) mit KiCad (Open-Source) zu einem schlanken Stack. Die Export-Kompatibilität ist solide.
- Octopart — wenn CELUS-eigene Verfügbarkeitsprüfung nicht reicht, ergänzt Octopart mit historischen Preisdaten, Datenblatt-Suche und detaillierten Bauteil-Spezifikationen. Engineers nutzen Octopart oft parallel.
Unser Testurteil
CELUS verdient 3 von 5 Sternen. Das Tool löst ein echtes Problem — die langsame Konzeptphase in der Elektronikentwicklung — und tut das mit einer fokussierten KI-Pipeline, die in der Praxis funktioniert. Die Siemens-Partnerschaft, das EU-Hosting und der deutsche Hauptsitz sind reale Vorteile in einer Branche, die sonst US- und asien-dominiert ist. Den vierten und fünften Stern verliert es durch die noch junge Reife (Limits bei komplexen Analog- und Mixed-Signal-Designs), die intransparenten Preise, die kleine Community und die Tatsache, dass CELUS bewusst kein vollständiges EDA-Tool ist. Für SMBs und Engineers, die ohnehin in der vorgelagerten Phase Zeit verlieren, ist es eine ernsthafte Empfehlung. Für etablierte Häuser mit reifen EDA-Workflows ist es eine Ergänzung, kein Ersatz — und genau so positioniert sich CELUS selbst, was wir respektieren.
Was wir bemerkt haben
- April 2024 — Globaler Produkt-Launch nach mehreren Jahren Entwicklung. CELUS hatte bereits 2022 eine Series-A-Finanzierungsrunde mit rund 25 Mio. € abgeschlossen und das Geld in den Produkt-Ausbau gesteckt.
- Oktober 2024 — Offizielle Partnerschaft mit Siemens Digital Industries Software für PCB-SMB-Lösungen. CELUS wird in kombinierte Pakete mit Xpedition gebündelt — ein deutliches Signal, dass Siemens den KI-Konzeptphasen-Ansatz ernst nimmt und nicht selbst entwickeln will.
- 2025 — Anwenderbasis laut Firmenangaben auf über 15.000 registrierte Engineers gewachsen. Das ist für ein junges B2B-Tool im EDA-Markt respektabel, aber im Vergleich zu Altium (mehrere Hunderttausend Lizenzen) oder KiCad (Millionen Anwender weltweit) noch klein.
- 2025 — Erweiterung der KI-Modelle auf zusätzliche Bauteilkategorien (Power-Management, Sensorik, Kommunikationsmodule). Die Klassifikationsbreite wächst kontinuierlich, die Tiefe für Spezial-Domänen bleibt aber begrenzt.
- Mai 2026 — Pricing ist weiterhin nicht öffentlich. Brancheninterviews deuten darauf hin, dass CELUS bewusst auf Sales-getriebene Customization setzt — was für ein junges Tool typisch ist, aber Selbstevaluierung erschwert. Eine transparentere Preisstruktur wäre ein klares Vertrauenssignal an die SMB-Zielgruppe.
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